Geschichte der Trinkspiele

Um die Geschichte der Trinkspiele zu erkunden muss erst mal definiert werden was ist ein Trinkspiel. Laut Wikipedia ist „ein Trinkspiel ein spielerischer Bestandteil der Trinkkultur, bei dem durch Spielregeln festgelegt ist, dass zu bestimmten Zeitpunkten bestimmte Mengen an alkoholischen Getränken durch bestimmte Mitspieler zu trinken sind.“ Das ist eine gute allgemeine Beschreibung und trifft auch auf die ersten Trinkspiele zu die von Menschen erfunden worden sind. Hier eine Auswahl von Trinkspielen, die weit in die Geschichte zurück reichen.

Jiuling ist ein Trinkspiel, welches seinen Ursprung im 8. Jahrhundert vor Christus hat. Es gab zwei Variationen des Spiel „common“ und „literarisch“.

„Common jiuling“ war der populärste, da er für die Massen zugänglicher war. Es war ein einfaches Spiel, wie Würfeln oder Fingerspiele. Teilweise wurden auch lediglich Witze erzählt. Der Verlierer musste trinken.

Die Variante „literarisch jiuling“ war beliebt bei den oberen Klassen und machte eine Hochschulbildung erforderlich. Sie betrachteten das „common jiuling“ als zu vulgär. Beim „literarischen jiuling“ ging es darum Rätsel, Gedichte oder Redewendungen zu teilen. Getrunken wurde dabei auch nach vorher festgelegten Regeln.

Eins der ersten Trinkspiele, über die es Aufzeichnungen gibt ist „Kottabos“. Es wurde im 5. Jahrhundert vor Christus von den Griechen entwickelt. Dieses Spiel würde heute aber wohl niemand mehr spielen, da während des Spiel sehr viel Wein verschüttet wird. Ziel des Spiels war es, auf einem Sofa liegend, einige Tropfen Wein nach einem Ziel zu schleudern, ohne das zu viel vergossen wird.

Als Ziel diente ein Becken oder Schale mit Figuren oder schwimmenden Schälchen die versenkt werden mussten. Später wurden auch kleine Teller auf eine hohe Metallstange lose aufgelegt. Diese mussten heruntergeworfen werden. Weiter unten, in der Mitte der Stange, war eine größere Metallscheibe angebracht, auf der der fallende Teller einen hellen Klang erzeugt hat.

Zum Werfen nahm man meist den letzten Schluck aus der eigenen Trinkschale. Einige Malereien aus der Zeit belegen allerdings das auch mit 2 Gefäßen gespielt worden ist. Dabei wurde wohl die Schale mit der geworfen wurde öfters wieder nachgefüllt. Auch auf Vasen sind oft Malereien von Männer beim Kottabos zu sehen.

Pitch-Pot oder auch als „touhu“ im chinesischen bekannt hat seinen Ursprung im alten China. Von 475 v. Christus und 221 v. Christus. Es verbreitete sich weiter nach Japan, wo es als „toko“ bekannt wurde und nach Korea unter dem Namen „tuho“.

Beim Spiel wurden Pfeile in Töpfe geworfen. Die Spieler haben sich in einer Reihe aufgestellt und hatten traditionell einen Abstand zum Gefäß von 2,5 Pfeilen. Abwechselnd haben sie nun versucht in den Topf zu werfen. Der Sieger gab dem Verlierer einen Kelch zu trinken. Dieser Kniete dabei nieder und nahm den Kelch mit beiden Händen in Empfang.

In Korea wurde es im 12. Jahrhunder sehr beliebt, da es als Teil der konfuzianischen Kultur gesehen und stark gefördert wurde. Außerdem war diese Art von Wettkampf auch Frauen zugänglich, die in anderen Wettkämpfen, wie dem Bogenschießen verboten waren.

Ein weiteres altes Trinkspiel ist das „pennying“. Dieses Trinkspiel hat seine Ursprünge an den Universitäten von Cambridge und Oxford. Über den genauen Ursprung wird noch gestritten.

„pennying“ ist eigentlich recht simpel, wenn verkündet wurde das am Abend „pennying“ erlaubt ist, wurde versucht einen Penny in das Glas einer anderen Person zu bekommen. Dieser musste nun das Glas so schnell wie möglich austrinken. Dabei wurde auch gerne „God saves the Queen!“ gerufen, da auf dem Penny die Queen abgebildet war und diese im Glas ertrinken würde. Wenn der Versuch den Penny in ein Glas zu bekommen fehlschlug, so musste der „Angreifer“ selber sein Glas austrinken. Daher war es wichtig, das jeder der einen Versuch startete auch selbst noch ein volles Glas hatte.

Seit einiger Zeit ist das Spielen von „pennying“ an vielen Universitäten in England verboten. Da Trinkspiele dort nicht mehr weiter geduldet werden.

Seit dem Mittelalter gibt es ein Trinkspiel was mit einer bestimmten Art von Krügen gespielt wurde. Es handelte sich dabei um sogenannte Puzzle-Krüge oder früher auch fuddling cup. Das Ziel war es, aus so einem Krug zu trinken, ohne etwas dabei zu verschütten. Das kling erst recht simpel, war allerdings schwerer als es sich anhört.

Die Krüge waren am Hals perforiert, so man nicht einfach normal aus diesem Krug hätte trinken können. Um aus dem Krug zu trinken gab es einen Trick. In dem Krug war eine Röhre versteckt, die in der Wand des Kruges versteckt war. Das obere Ende war als eine Tülle geformt, aus der getrunken wurde. Es gab auch Krüge mit bis zu sechs Tüllen, um das Rätsel komplizierter zu machen. Einfach an der Tülle zu saugen brachte auch keinen Erfolg. Da die Röhren mit versteckten Löchern versehen war, musste diese erst mal gefunden und mit Fingern bedeckt werden. Wurden nun alle Löcher gefunden und zugehalten konnte an der Tülle gesaugt werden um zu trinken.

Der älteste bekannte Puzzle-Krug wurde auf ein Herstellungszeitraum um 1300 n. Chr. datiert.

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